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Wie subtiler Sexismus unser Leben beeinflusst – und was wir dagegen tun können
„Alltag mit Vorurteilen“

Was wäre, wenn dir von Geburt an Grenzen gesetzt würden – nicht durch deine Fähigkeiten, sondern allein durch dein Geschlecht? Sexismus ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern eine Realität, die Menschen weltweit erleben. Jeder hat schon einmal von Sexismus gehört. Aber was bedeutet dieses Wort eigentlich genau? Und warum spielt es eine Rolle in unserem Leben? Sexismus durchzieht unseren Alltag in vielen Formen – subtil oder offensichtlich. Dabei sind es oft kleine Kommentare oder Handlungen, die wir vielleicht gar nicht sofort bemerken, die aber tief sitzen und unser Selbstbewusstsein beeinflussen. Besonders junge Frauen sind häufig mit diesen alltäglichen Formen von Sexismus konfrontiert. Wir klären auf: Sexismus – was bedeutet das eigentlich und warum betrifft es uns alle? Denn nur mit dem richtigen Verständnis können wir uns schützen und selbstbewusst dagegen vorgehen

Was ist Sexismus?

Sexismus bezeichnet jede Form von Diskriminierung oder Herabsetzung aufgrund des Geschlechts. Dabei kann es alle treffen, jedoch sind Frauen historisch und bis heute deutlich häufiger betroffen. Es handelt sich um ein tief verwurzeltes gesellschaftliches Problem, das sich in Vorurteilen, Stereotypen und einem anderen Umgangsbild äußert. Sexismus kann sich auf verschiedene Weisen zeigen: durch verbale Angriffe, sexistische Witze, anstößige Blicke oder auch durch strukturelle Benachteiligungen, wie ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Oft tritt er in veralteten Rollenbildern auf: Männer gelten als stark und rational, während Frauen als emotional und fürsorglich wahrgenommen werden. Diese starren Stereotype führen zu Benachteiligungen in vielen Lebensbereichen, sei es im Beruf, in der Bildung oder im persönlichen Alltag. Eine Studie des Europarats zeigt, wie allgegenwärtig das Problem ist. Demnach haben rund 45 % der Frauen in Europa bereits sexistische Vorfälle erlebt – und das oft im öffentlichen Raum. Das zeigt, dass Sexismus keine Randerscheinung ist, sondern tief in unserer Gesellschaft verwurzelt.

Ist…schon sexistisch?

Viele denken bei Sexismus sofort an extreme Formen wie Belästigung oder körperliche Übergriffe. Doch Sexismus beginnt oft viel früher und subtiler. Es sind die kleinen, scheinbar harmlosen Kommentare, die Blicke oder die Erwartung, dass Frauen sich „angemessen“ kleiden oder verhalten müssen. Gerade in diesen alltäglichen Momenten spiegelt sich die Macht der Geschlechterungleichheit wider. Ein klassisches Beispiel dafür sind Bemerkungen wie „Lächel doch mal“ oder „Du bist doch viel zu hübsch, um das zu können“ oder „Wieder mal ein Po-Bild gepostet?“. Diese Kommentare mögen auf den ersten Blick harmlos erscheinen, doch sie transportieren eine Botschaft: Frauen werden auf ihr Äußeres reduziert, ihre Fähigkeiten werden in Frage gestellt. Solche Aussagen schränken ein, stecken Betroffene in eine bestimmte Rolle und untergraben ihr Selbstvertrauen. Wir merken, Sexismus fängt also nicht erst bei Gewalt oder offensichtlicher Diskriminierung an. Er zeigt sich bereits in den kleinen, alltäglichen Begegnungen und Gesprächen und es sind besonders junge Frauen davon betroffen. Laut der zuvor genannten Studie des Europarats erleben 53 % der Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren sexistische Kommentare oder Verhaltensweisen. Das zeigt, dass Sexismus besonders im Leben junger Frauen eine Rolle spielt und dass es dringend notwendig ist, für dieses Thema zu sensibilisieren. Dranbleiben, jetzt wird es interessant!

Wie gehe ich damit um?

Es kann schwierig sein, mit Sexismus umzugehen, besonders wenn er sich im Alltag zeigt und oft nur subtil daherkommt. Doch es gibt Wege, sich zu wehren und sich selbst zu schützen.

1. Bewusstsein schaffen: Der erste Schritt im Umgang mit Sexismus ist das Erkennen. Oft nehmen wir sexistische Kommentare oder Verhaltensweisen hin, weil sie „normal“ erscheinen. Doch nur weil etwas oft passiert, heißt das nicht, dass es richtig ist. Wenn ihr euch bewusst macht, wo Sexismus anfängt, könnt ihr besser darauf reagieren – Klingt logisch, oder?

2. Grenzen setzen: Es ist wichtig, klare Grenzen zu ziehen. Wenn jemand einen sexistischen Kommentar macht, könnt ihr höflich, aber bestimmt darauf hinweisen, dass das nicht in Ordnung ist. Ein einfaches „Das ist nicht okay“ oder „Bitte hör damit auf“ kann bereits einen Unterschied machen.

3. Unterstützung suchen: Ihr müsst nicht allein mit solchen Situationen umgehen. Sprecht mit Freund:innen, Verwandten oder Kolleg:innen über eure Erfahrungen. Oft hilft es, sich auszutauschen und zu wissen, dass man nicht allein ist. Gemeinsam kann man Strategien entwickeln, wie man mit bestimmten Situationen besser umgehen kann.

Ansätze, die helfen können

Wie ihr auf spezifische sexistische Aussagen reagieren könnt, hängt von der Situation ab, in der sie geäußert werden, und natürlich davon, womit ihr euch wohl fühlt. Hier sind einige Ansätze, die helfen können:

Direktes Ansprechen

Manchmal ist es schon ausreichend, die getätigten Aussagen klar zu benennen und ihnen zu widersprechen. Wenn jemand sagt: „Frauen sind einfach emotionaler als Männer“, könntet ihr antworten: „Das klingt wie ein alter Stereotyp. Emotionen sind etwas Menschliches und haben nichts mit dem Geschlecht zu tun.“

Fragen stellen

Mit Gegenfragen bringt ihr die Person dazu, ihre Aussage zu reflektieren, ohne direkt einzugreifen. Außerdem nehmt ihr eurem Gegenüber damit das Gefühl, Aussagen wie diese äußern zu können, ohne Gegenwind zu bekommen. Ihr könntet fragen: „Warum denkst du, dass das Geschlecht eine Rolle dabei spielt?“ oder „Kannst du erklären, warum du das so siehst?“

Grenzen setzen

Macht klar, dass die Aussage unangebracht ist. Damit setzt ihr klare Grenzen, ohne auf lange Diskussionen einzugehen: „Ich finde das unangebracht und möchte solche Kommentare nicht hören.“

Ignorieren und später ansprechen

In einer stressigen Situation könnt ihr zunächst den Konflikt vermeiden, aber das Thema im Nachhinein klären. Wenn jemand in einem Meeting einen unpassenden Kommentar macht, könnt ihr das später in einem persönlichen Gespräch ansprechen: „Ich fand deinen Kommentar vorhin unpassend und möchte darüber sprechen, wie wir in Zukunft respektvoller miteinander umgehen können.“

Wichtig ist, dass ihr euch mit der Reaktion wohlfühlt und dabei eure Sicherheit im Blick behaltet – besonders in Situationen, die emotional aufgeladen oder unsicher sind.

„Nein“ gegen sexismus – Jeder Schritt zählt

Wir halten fest: Sexismus im Alltag ist ein ernstes Problem, das uns alle betrifft. Auch wenn er oft subtil daherkommt, hinterlässt er tiefgehende Spuren und kann das Selbstbewusstsein von Frauen nachhaltig beeinträchtigen. Doch das muss nicht hingenommen werden. Denn jeder kleine Schritt zählt und bringt uns ein Stück näher zu einer Welt, in der niemand aufgrund seines Geschlechts diskriminiert wird.

Abschließend möchten wir euch sagen: Ihr seid nicht allein. Es mag Momente geben, in denen ihr euch machtlos fühlt, doch vergesst nicht, dass jeder Schritt zählt – auch die kleinen. Indem ihr Grenzen setzt und laut aussprecht, was nicht in Ordnung ist, macht ihr einen Unterschied und sensibilisiert euer Gegenüber. Ihr habt die Kraft, für euch und andere einzustehen, aber ihr solltet euch dabei wohl und vor allem sicher fühlen. Doch lasst euch nicht von sexistischen Bemerkungen entmutigen oder kleinmachen. Jede Frau hat das Recht, respektiert und gleich behandelt zu werden. Also: Bleibt stark und lasst euch nicht unterkriegen!

Euer w wie weiblich Team

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