Intimbeschwerden in den Wechseljahren: Rezeptfreie Pflege und Feuchtigkeitsversorgung bei veränderten pH-Werten

Mit dem Beginn der Wechseljahre erleben viele Frauen spürbare Veränderungen im Körper. Der natürliche Rückgang des Östrogenspiegels wirkt sich auch auf die empfindliche Haut im Intimbereich aus und führt häufig zu einem ausgeprägten Trockenheitsgefühl. In der Forschung werden diese wechseljahresbedingten Veränderungen des Intimbereichs umfassend untersucht.1 Etwa 50 bis 84 Prozent der Frauen in und nach den Wechseljahren nehmen solche Veränderungen wie Trockenheits- und Spannungsgefühle wahr. Eine angepasste Intimpflege in den Wechseljahren spielt daher eine zentrale Rolle, um das tägliche Wohlbefinden zu unterstützen und die natürliche Balance des Intimbereichs zu pflegen.

Warum verändert sich die natürliche Balance im Intimbereich in den Wechseljahren?

Vor den Wechseljahren unterstützt das weibliche Hormon Östrogen die Durchblutung und Geschmeidigkeit der Haut im Intimbereich. Zudem stellt der Körper natürliche Zuckerstoffe in den Hautzellen bereit, die den nützlichen Milchsäurebakterien der Intimflora als Nahrung dienen. Diese bilden Milchsäure und halten den pH-Wert im natürlich sauren Bereich von 3,8 bis 4,5.

Wenn sich der Hormonspiegel in den Wechseljahren umstellt, führt dies zu mehreren natürlichen Veränderungen:

  • Empfindlichere Hautstruktur: Die Haut im Intimbereich wird dünner, verliert an Geschmeidigkeit und reagiert sensibler auf äußere Einflüsse wie Reibung.
  • Rückgang der Milchsäurebakterien: Da weniger Nährstoffe für die natürliche Mikroflora zur Verfügung stehen, nimmt die Anzahl der Milchsäurebakterien ab.
  • Anstieg des pH-Wertes: Durch den geringeren Anteil an Milchsäure verschiebt sich der pH-Wert meist in einen neutraleren Bereich von etwa 6,0 bis 7,5.

Wissenschaftliche Erhebungen zeigen, dass knapp 80 Prozent der Frauen nach den Wechseljahren solche Veränderungen im Intimbereich erleben.2 Dennoch sprechen nur etwa 20 bis 25 Prozent der Frauen das Thema aktiv in einer frauenärztlichen Praxis an.3

Was unterstützt das Wohlbefinden im Intimbereich während der Wechseljahre?

Bei Trockenheitsgefühlen und empfindlicher Haut während der Wechseljahre kann ein abgestimmtes Pflegekonzept unterstützen, das aus einer schonenden, seifenfreien Reinigung und einer hormonfreien Feuchtigkeitsversorgung besteht. Fachliche Empfehlungen raten als ersten Schritt dazu, frühzeitig auf hormonfreie Befeuchtungs- und Pflegeprodukte zu setzen.4

Dieser hormonfreie Pflegeansatz eignet sich besonders bei ersten oder alltäglichen Trockenheitsgefühlen sowie für Frauen, die bewusst auf eine sanfte, kosmetische Pflege setzen möchten. Die tägliche Routine kann folgende Schritte umfassen:

  1. Sanfte Reinigung: Eine seifenfreie, pH-angepasste Intimwaschlotion unterstützt die natürliche Schutzfunktion der Haut.
  2. Äußere Pflege: Feuchtigkeitsspendende Intimcremes unterstützen die Hautbarriere im äußeren Intimbereich und tragen zu einem angenehmen Hautgefühl bei.
  3. Zusätzliche Feuchtigkeitsversorgung: Hormonfreie Feuchtigkeitsgele (beispielsweise mit Hyaluronsäure) unterstützen langanhaltend die Feuchtigkeitsversorgung im Intimbereich.

Reicht die tägliche kosmetische Pflege bei einem ausgeprägten Trockenheitsgefühl nicht aus, empfiehlt sich ein Gespräch in der frauenärztlichen Praxis, um individuell passende Möglichkeiten abzustimmen.

Welche Pflege eignet sich bei Trockenheitsgefühlen in den Wechseljahren?

Bei einem Trockenheitsgefühl während der Wechseljahre können feuchtigkeitsspendende Intimcremes für den äußeren Bereich, hormonfreie Feuchtigkeitsgele sowie seifenfreie Intimwaschlotionen für die tägliche Intimhygiene kombiniert werden. Wichtig ist dabei, die Produkte passend zum jeweiligen Anwendungsbereich und den eigenen Bedürfnissen im Alltag auszuwählen.

Die folgende Übersicht zeigt die verschiedenen Möglichkeiten zur täglichen Reinigung und Feuchtigkeitsversorgung:

Produktkategorie
Anwendungsort
Typische Inhaltsstoffe
Funktion und Nutzen
Spezielle Intimwaschlotion
Äußerer Intimbereich
Kamille, Bisabolol, Hyaluronsäure, milde Tenside
Seifenfreie, sanfte Reinigung; unterstützt die natürliche Balance des Intimbereichs.
Intim-Feuchtigkeitscreme
Äußerer Intimbereich
Hyaluronsäure, Ringelblume, Aprikosenkernöl
Unterstützt die Hautbarriere, pflegt geschmeidig und trägt zu einem angenehmen Hautgefühl bei.
Feuchtigkeitsgel
Innerer und äußerer Intimbereich
Hyaluronsäure, feuchtigkeitsspendende Pflegeformeln
Lang anhaltende Feuchtigkeitsversorgung und Pflege empfindlicher Haut.
Gleitgel
Äußerer Intimbereich
Glycerin- oder Silikonbasis
Verringert Reibung und unterstützt ein angenehmes Gefühl bei intimen Momenten.

Die Bedeutung einer angepassten Intimwaschlotion in den Wechseljahren

Wenn die natürliche Schutzfunktion der Haut nachlässt, reagiert der äußere Intimbereich besonders sensibel auf äußere Einflüsse. Herkömmliche Seifen mit einem stark alkalischen pH-Wert von 9,0 bis 10,0 können den natürlichen Schutzfilm der Haut beeinträchtigen und das Trockenheitsgefühl verstärken. Auch klassische Duschgele sind meist für die normale Körperhaut entwickelt und können die zarte, empfindliche Haut im Intimbereich unnötig beanspruchen.

Eine spezielle Intimwaschlotion in den Wechseljahren sollte seifenfrei sein und pflanzliche Extrakte enthalten, die pflegende Eigenschaften besitzen. Inhaltsstoffe wie Kamillenextrakt oder Bisabolol unterstützen die tägliche Pflege und tragen zur Feuchtigkeitsversorgung bei.

Wissenschaftlich untersuchte Pflegeansätze für den Alltag

Für die Lebensphase ab 50 Jahren bietet Sagella eine gynäkologisch getestete Intimpflege, die gezielt auf die veränderten Bedürfnisse der empfindlichen Haut im Intimbereich abgestimmt ist.

So wurde Sagella poligyn 50+ speziell als milde, seifenfreie Intimwaschlotion für Frauen in und nach den Wechseljahren entwickelt. Die Formulierung mit Kamillenextrakt, Bisabolol und Hyaluronsäure ist auf den veränderten pH-Wert abgestimmt. In einer Anwendungsuntersuchung mit 80 Frauen in den Wechseljahren wurde die Pflegewirkung der Waschlotion getestet: 96 Prozent der Teilnehmerinnen berichteten über ein geringeres Trockenheitsgefühl, und 97 Prozent bestätigten ein angenehmeres, beruhigtes Hautgefühl.

Für den äußeren Intimbereich bietet die Sagella poligyn 50+ Feuchtigkeitscreme eine reichhaltige Ergänzung. Die Pflegeformel aus Ringelblumen-Extrakt, Aprikosenkernöl und Hyaluronsäure zieht schnell ein und unterstützt die natürliche Schutzfunktion der Haut, ohne einen klebrigen Film zu hinterlassen. Ergänzend kann bei ausgeprägtem Trockenheitsgefühl auf das Sagella HydraSerum mit Hafermilch und Salbeiextrakt zurückgegriffen werden, um die Hautbarriere schon bei der täglichen Reinigung zu pflegen.

Fazit

Die Veränderung des pH-Wertes und die empfindlichere Haut im Intimbereich sind in den Wechseljahren ganz natürliche Prozesse, die das tägliche Wohlbefinden jedoch spürbar beeinflussen können. Da herkömmliche Seifen das Trockenheitsgefühl oft noch verstärken, lohnt sich der frühzeitige Wechsel auf seifenfreie, pH-angepasste Intimwaschlotionen und feuchtigkeitsspendende Pflegecremes. So lässt sich die sensible Haut Tag für Tag sanft unterstützen und pflegen. Bei anhaltenden Unannehmlichkeiten empfiehlt sich zudem ein beratendes Gespräch in der frauenärztlichen Praxis.

REFERENZEN

  1. Portman, D. J., & Gass, M. L. (2014). Genitourinary syndrome of menopause: New terminology for vulvovaginal atrophy from the International Society for the Study of Women's Sexual Health and The North American Menopause Society. Menopause, 21(10), 1063-1068. https://doi.org/10.1097/gme.0000000000000329
  2. Palma, F., Volpe, A., Villa, P., & Cagnacci, A. (2016). Vaginal atrophy of women in postmenopause. Results from a multicentric observational study: The AGATA study. Maturitas, 83, 40-44. https://doi.org/10.1016/j.maturitas.2015.09.001
  3. Nappi, R. E., Palacios, S., Particco, M., & Panay, N. (2016). The REVIVE (REal Women's VIews of Treatment Options for Menopausal Vaginal ChangEs) survey in Europe: Country-specific comparisons of postmenopausal women's perceptions, experiences and needs. Maturitas, 91, 81-90. https://doi.org/10.1016/j.maturitas.2016.06.010
  4. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, & Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. (2021). Peri- und Postmenopause - Diagnostik und Interventionen (S3-Leitlinie, AWMF-Registernummer 015-062). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-062

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