Allein und doch nicht einsam

Warum Alleinsein kein Makel ist – und wie du es genießen lernst
„Solo, aber stark“

Single and fabulous? Auf jeden Fall! Denn auch wenn allein leben einsam werden kann, hat das Single-Dasein seine Vorzüge! Wir verraten euch, welche Dinge allein viel großartiger sind, als zu zweit und geben euch Tipps an die Hand, um allein glücklich zu sein.

Pippi Langstrumpf, Carrie Bradshaw, Miss Marple oder Emily in Paris. Die coolsten Frauen aus TV und Literatur wohnen allein. Und wir wissen auch warum: Es gibt keinen WG-Mitbewohner, der nervt, keinen Partner, der permanente Aufmerksamkeit verlangt und keine fremden Wäscheberge in der Wohnung. Wir finden: Zusammenwohnende Pärchen können sich ihre mitleidigen Blicke ruhig sparen, denn es hat durchaus seine Vorteile, wenn man die eigenen vier Wände nur für sich hat.

Natürlich kann es ab und an vorkommen, dass wir uns allein fühlen. Samstagabends, zum Beispiel. Der neue Fitzek ist eher semi-spannend, die letzte Staffel von How To Get Away With Murder ist auch schon durchgeguckt. Niemand da, der mit einem spricht. Nicht mal bei WhatsApp meldet sich jemand. In eurem Kopf läuft die einzige Strophe von Kein Schwein ruft mich an, die ihr kennt, in Dauerschleife. Allein sein, das können wir schon fast nicht mehr. Es ist normal geworden, dass wir im Fünfminutentakt auf das Smartphone gucken, weil eigentlich ständig jemand schreibt. Umso schneller fühlen wir uns einsam, wenn auf einmal niemand mehr etwas von einem will.

Zum Glück allein

Mehr als ein Drittel der Haushalte in Deutschland sind Singlehaushalte. Das erklärt, wie die Angst vor der Einsamkeit zum ständigen Begleiter werden kann. Mal Hand aufs Herz: Ertragt ihr euch, wenn ihr mit euch allein seid? Oder habt ihr das Gefühl, dass euch die Decke auf den Kopf fällt? Das mit dem Alleinsein ist so eine Glaubensfrage. Es scheint in der Tat nur zwei Sorten von Menschen zu geben: Die, die das Alleinsein als Bereicherung empfinden und ab und zu sogar brauchen, und solche, die in diesen Momenten einen Verlust spüren und sofort zum Telefon greifen.

Gibt man „Synonym Einsamkeit“ in Google ein, spuckt die Suchmaschine Wörter wie Isolation, Ödnis, Leere, Menschenverachtung und Verlassenheit aus. Schopenhauer hätte bei solch einem heiteren Wortfeld wohl vor Freude in die Hände geklatscht. Einsamkeit kann tödlich sein. Sie ist so gesundheitsschädlich wie regelmäßiger Zigarettenkonsum oder Fettleibigkeit. Sogar in der Bibel wird gewarnt: „Wehe dem, der allein ist; wenn er fällt, so ist kein anderer da, der ihm aufhelfe.“ Und: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ Ja, aber warum denn nicht? Warum ist die Einsamkeit bloß so verschrien?

Der Unterschied zwischen einsam und allein sein

Allein sein ist nicht wirklich positiv besetzt. Allein Essen gehen, allein verreisen, allein ins Kino gehen – all das empfinden wir immer als etwas Besonderes, zumindest aber erwähnenswert, und irgendwie auch ein bisschen seltsam und kauzig. Viele Menschen sind auch nicht gerne allein, weil sie das Alleinsein mit Einsamkeit verbinden. Es gibt jedoch einen recht simplen, aber entscheidenden Unterschied zwischen Einsamkeit und allein sein: Einsam fühlen wir uns, wenn wir in die Situation nicht freiwillig geraten sind, sondern sie uns auferlegt wurde. Ist das Alleinsein jedoch selbst gewählt, kommt das Gefühl der Einsamkeit und des Verlusts gar nicht erst auf. Und: Während allein sein bedeutet, dass niemand da ist, so ist das bei der Einsamkeit nicht zwangsläufig so. Wir können uns nämlich auch in Gesellschaft anderer einsam fühlen. Und nichts fühlt sich mieser an, als in einer Menschenmenge zu stehen und sich einsam und isoliert zu fühlen.

Frauen wird vermittelt, allein sein sei ein No-Go

Schade nur, dass uns Frauen oft vermittelt wird, dass wir uns allein unsicher fühlen müssen. Uns wird gesagt, wir bräuchten einen Beschützer, der uns vor ungewollten Anmachen, Belästigungen und Angriffen schützen muss. Kein Wunder also, dass wir Frauen uns das Alleinsein samt unbegleiteten Erlebnissen oft versagt haben. Oder, dass wir zögern, wenn die Kollegin von der tollen Erfahrung erzählt, alleine durch Asien zu reisen. Ist das nicht zu gefährlich? Und das ist extrem ärgerlich. Denn so verpassen wir viel. Niemand sollte sich in Gefahr begeben, aber es ist doch traurig, dass uns Frauen suggeriert wird, dass wir uns darüber im 21. Jahrhundert noch immer Gedanken machen müssten. Dass wir die Straßenseite wechseln sollten, nicht den kurzen Rock anziehen sollten und denken sollen, nur in Männerbegleitung sicher nach Hause zu kommen.

Warum allein leben manchmal besser ist

Dabei bietet Alleinsein Möglichkeiten, die man in Gesellschaft nie erhalten würde: Alleinsein senkt nämlich die Reizschwelle. Das bedeutet, dass wir unsere Umwelt viel intensiver wahrnehmen, wenn wir allein sind. Dadurch erhöht sich auch die Selbstwahrnehmung – man spürt sich selbst wieder. Viele Menschen sind es nicht mehr gewohnt, allein zu sein. Man kann es jedoch lernen. Was sich anfangs komisch anfühlt, wird zusehends vertrauter – und wertvoller. Testet es aus. Man konzentriert sich mehr auf das, was man tut, hört, fühlt, sieht. Man ist ganz bei sich und in der Situation. Das kann Dinge und das Erleben intensiver machen. Was jetzt nicht bedeutet, dass wir alle zu Einsiedlerkrebsen werden sollen. Aber es ist eine Erfahrung, die man durchaus für sich machen sollte. Nicht ohne Grund gehen Menschen ab und zu bewusst offline, gehen ins Kloster und belegen Achtsamkeits- oder Schweigeseminare.

Ihr wohnt nicht ganz freiwillig allein oder seid gerade erst von Hotel Mama in die eigenen vier Wände gezogen? Kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, denn Good News: Allein wohnen kann gut für euch sein. Glaubt ihr nicht? Wir haben ein paar überzeugende Punkte parat, warum euch andere insgeheim um eure Freiheit beneiden:

  • Ihr schlaft ganz allein in eurem Bett, ohne dass ihr vom Schnarchen oder Herumwälzen eures Partners geweckt werdet.
  • Euch redet niemand in eure Dekoration oder Einrichtung herein. So könnt ihr euren eigenen Stil finden, ohne auf den Geschmack anderer Rücksicht zu nehmen.
  • Ihr habt den Kleiderschrank ganz für euch allein.
  • Ihr müsst euch nur um eure Wäsche und euren Abwasch kümmern.
  • Ihr seid der alleinige Herrscher über die Fernbedienung.
  • Jeder Tag gehört euch! Ihr könnt aufstehen, wann ihr wollt, essen was ihr wollt und einladen wen ihr wollt.
  • Ihr lernt die Stille zu lieben. Besonders wer in einer großen Familie aufgewachsen ist, weiß, was Trubel und Hektik ist. Wohnt man allein, gibt es keinen Streit, keine Ermahnungen, keinen Mucks, sondern nichts als Stille. Daran muss man sich vielleicht erstmal gewöhnen, Ruhe kann aber auch sehr angenehm und entspannend sein.

Darum sollte jeder einmal im Leben allein wohnen

Ihr seid noch nicht ganz überzeugt? Dann lest weiter: Denn allein leben – und wenn auch nur für kurze Zeit – kann eine unglaublich wertvolle Erfahrung sein und euer weiteres Leben positiv verändern. Wenn ihr allein wohnt, lernt ihr völlig neue Seiten an euch kennen. Ihr lernt, mehr auf eure eigenen Bedürfnisse zu achten, euch selbst genug zu sein und legt damit den wichtigsten Grundstein für jede Beziehung. Denn die Basis einer Partnerschaft ist, dass ihr euch selbst liebt, mit euch im Reinen seid und wisst, dass ihr auch ohne Partner glücklich sein könnt. Außerdem lernt ihr Verantwortung zu übernehmen – und zwar für euch selbst. Das kann eine große Herausforderung sein, vor allem, wenn ihr es gewohnt seid, dass Dinge von anderen Personen erledigt werden. Auch wenn es anfangs schwierig ist, wird es euch ein ganzes Stück voranbringen. Denn seid euch sicher: „Auf eigenen Beinen stehen“ bekommt plötzlich eine ganz neue Bedeutung.

Tipps für das allein leben

Doch auch wenn wir unsere Single-Wohnung die meiste Zeit zu schätzen wissen, so wünschen wir uns ab und zu auch etwas Gesellschaft – das ist ganz menschlich. Nach längerer Zeit schlägt die Freude über die eigene Unabhängigkeit schnell in Einsamkeit um. Wie ihr es schafft trotzdem allein glücklich zu sein?

Zunächst einmal solltet ihr tief in euch hineinhorchen und euch fragen, warum ihr so einsam seid. Denn wir fühlen uns oft dann allein, wenn in unserem Leben eine große Veränderung passiert, wie beispielsweise ein Umzug, ein Jobwechsel oder der Verlust einer wichtigen Person. Dann hilft es an bestehenden Kontakten festzuhalten. Ruft eure Liebsten regelmäßig an, verabredet euch mal wieder zu gemeinsamen Cocktailabenden oder einem Gute-Nacht-Plausch und verleiht eurem Tag Struktur. Routinen helfen uns, auch in schwierigen Zeiten stabil zu bleiben. Plant regelmäßige Essenszeiten ein und erstellt einen gesunden Speiseplan. Um gar nicht erst ein Gefühl von Einsamkeit aufkommen zu lassen, solltet ihr euch Projekte suchen: Ihr wolltet schon immer Nähen? Euer Schlafzimmer braucht einen neuen Anstrich? Jetzt ist die Zeit, um etwas mehr Produktivität in euren Alltag zu integrieren! Und wenn alles nichts hilft, dann empfehlen wir euch eine kleine imaginäre Shoppingtour durch eure liebsten Onlineshops. Kauft hübsche Deko für euer Zuhause, denn nur, wenn ihr euch zu 100 Prozent wohl in den eigenen vier Wänden fühlt, könnt ihr die Zeit allein auch genießen.

Ihr sehnt euch nach Liebe und Zärtlichkeiten? Das ist gar nicht so einfach, wenn man viel Zeit allein zu Hause verbringt. Doch auch dafür gibt es eine Lösung, denn Intimität im Netz kann euch ebenfalls Befriedigung und Spaß verschaffen. Damit eine kleine Online-Affäre aber keine negativen Folgen hat, solltet ihr euch aber vorab über safen Cybersex informieren.

Was ist besser: WG oder eigene Wohnung?

Euch macht die Vorstellung, allein zu leben, immer noch Angst? Zugegeben: Bei allen guten Tipps und Vorschlägen, kann der bloße Gedanke an eine leere Wohnung gerade nach einer Trennung Panik auslösen. Dann ist der Umzug in eine WG oft doch die bessere Lösung. Damit euch die Entscheidung zwischen eigenen vier Wänden und Wohngemeinschaft etwas leichter fällt, solltet ihr euch über eure eigenen Wünsche, sowie über mögliche Vor- und Nachteile klar werden. Es mag oldschool klingen, aber eine Pro- und Kontraliste bringt oft Licht ins Dunkel. Fakt ist aber: Ein gutes WG-Leben steht und fällt mit den Mitbewohnern. Seid ihr auf einer Wellenlänge, ist eine Wohngemeinschaft ideal, um neue Kontakte zu knüpfen und nicht zu vereinsamen. Ob das WG-Leben aber wirklich etwas für euch ist, findet ihr wohl oder übel nur heraus, wenn ihr es ausprobiert.

Und beim nächsten einsamen Samstagabend lohnt es sich vielleicht, daran zu denken: Ihr seid nicht allein, ihr habt ja euch.

Euer w wie weiblich Team

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